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DEUTSCH 14 und im späteren Bericht vermerkt sein. Auch das Datum der Suche, bezie- hungsweise der Zeitraum sollen klar definiert sein, ebenso wie der inkludierte Zeitraum. Bei der ersten Erstellung einer klinischen Bewertung ist es sicher- lich ratsam einen möglichst großen Zeitraum, wenn nicht gar alle Literatur bis zum Zeitpunkt der Erstellung mit einzubeziehen. Bei Medizinprodukten, die sich auf ältere, bereits bekannte Verfahren stützen, muss natürlich gut abgewogen werden, ob und welche Fachliteratur berücksichtig werden kann und welche bereits veraltete Ergebnisse enthält. Dies hat zum Zweck, dass nachvollziehbar ist, welche Literatur einbezogen wurde und um zu zeigen, dass man die Suche eingegrenzt und den aktuellen Stand der Wissenschaft betrachtet hat. Wenn es im Laufe des Lebenszyklus dann zur Aktualisierung der klinischen Bewertung kommt, ein Vorgang, der ebenfalls durch das Gesetz gefordert ist, zeigt das Suchprotokoll, dass eine Lückenlose Suche erfolgt ist. Bei der Aktu- alisierung kann dann selbstverständlich der Zeitraum betrachtet werden, der zwischen der letzten Bewertung und dem aktuellen Datum liegt. Hierbei ist natürlich darauf zu achten, ob neue Erkenntnisse etwas an der Einschätzung des Medizinprodukts ändert. Ist beispielsweise in der Zeit bekannt gewor- den, dass verwendete Stoffe oder Materialien eine (potentielle) Gefahr für den Anwender oder Patienten darstellen, so ist dies hier zu berücksichtigen und aufzuführen. Solche drastischen Erkenntnisse sollten selbstverständlich auch bereits vor einer Aktualisierung erkannt werden und zu einer Maßnah- me führen, aber es verdeutlicht wohl gut den Gedanken. Weiter ist es wich- tig, sich vor der Literatursuche Gedanken über die Kriterien zur Inklusion und Exklusion von Literatur zu machen. Es muss vorher feststehen, unter welchen Gesichtspunkten die Literatur bewertet werden soll und warum ich bestimme Quellen ausschließe. Auch hier muss sich die Entscheidung auf wissenschaftlich anerkannte Kriterien stützen und darf nicht willkürlich sein. So bietet es sich an, die Suche auf gängige Plattformen zu beschränken (bei- spielsweise PubMed u.Ä.) oder Fachartikel auszuschließen, die in Sprachen verfasst sind derer die Suchenden nicht mächtig sind. Auch wenn ein Such- begriff zu viele Treffer ergibt, weil er beispielsweise zu allgemein gehalten ist, kann man hier Ausschlüsse vornehmen. Dies führt uns auch direkt zum nächsten wichtigen Punkt: Die Auswahl der Suchbegriffe. Hier gilt es eine angemessene Auswahl zu treffen, die gute und gesicherte Ergebnisse zu meinem Produkt (oder gleichartigen Produkten) lie- fern, jedoch nicht zu allgemein sind, dass die Menge an Daten nicht mehr handhabbar ist. Ein zu spezieller Suchbegriff hingegen kann dazu führen, dass zu wenige Ergebnisse gefunden werden oder die Aussagen nicht weiter bestätigt werden können. Es kommt also auf Fingerspitzengefühl, gutes, wis- senschaftliches Arbeiten und letztlich Erfahrung an, um hier das richtige Maß zu wählen. Bei zu wenigen Ergebnissen muss die Suche eventuell erweitert

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