ACIG

DEUTSCH 14 · kürzere Wege, lokale Zulieferer, strategische Versorgungssicherheit. • Nachhaltigkeit & Lebenszyklusdenken: · sowohl in der Herstellung als auch im Einsatz (Langlebigkeit, Wiederaufbereitung, Ressourceneffizienz, Umweltbelastung). • Individualisierung und Maßanfertigungen: · für spezielle chirurgische Felder, patientenspezifische Instrumente, kleine Serien – Anforderungen an Flexibilität und schnelle Prototypentwicklung steigen. • Businessmodell Erweiterungen: · nicht nur Verkauf von Instrumenten, sondern Service, Reparatur, Wartung, Ersatzteilversorgung, Lifecycle Management, eventuell Komplettsystemanbieter. • Internationale Konkurrenz: · Beispielhaft erwähnt sei hier Sialkot, eine Stadt im Nordosten Pakistans. Sie zählt zu den weltweit bedeutendsten Produktionsstandorten für chirurgische Instrumente. Rund 90 % der in Pakistan hergestellten chirurgischen Werkzeuge stammen aus dieser Region. Mit mehr als 2.000 kleinen und mittelständischen Betrieben und über 150.000 Beschäftigten ist die Medizintechnik – insbesondere die Fertigung von Handinstrumenten – ein zentraler Wirtschaftszweig der Stadt. Sialkot produziert vor allem für den Export. 4.3 Trends und neue Produkte In der Welt der chirurgischen Instrumente sorgen zahlreiche Unternehmen mit innovativen Entwicklungen für Fortschritt im OP. So hat Karl Storz ein neuartiges, modulares Endoskopiesystem vorgestellt, das durch digitale Integration, 4K-Bildqualität und KI-gestützte Bildverarbeitung den Chirurgen präzisere Diagnostik und Navigation ermöglicht. Aesculap, entwickelt derzeit Instrumente mit integrierter RFID-Technologie, die eine lückenlose Rückverfolgbarkeit, automatische Dokumentation und effiziente Lagerverwaltung ermöglichen – ein bedeutender Schritt in Richtung digitalisiertes OP-Management. Das Start-up Nexmed Surgical hat mikrochirurgische Pinzetten mit integrierter Sensortechnik entwickelt, die taktiles Feedback digital erfassen und Chirurgen während des Eingriffs Rückmeldung über Druck und Gewebespannung geben – besonders hilfreich in der Neuro- oder Augenchirurgie. Auch im Bereich der minimal-invasiven Chirurgie gibt es Fortschritte: Firmen wie Erbe Elektromedizin kombinieren klassische Schneideinstrumente mit Hochfrequenztechnik zur gleichzeitigen Gewebepräparation und Blutstillung. Ein weiteres Beispiel ist OsteoBridge mit seinen wiederverwendbaren Titanimplantatsets, die durch ein neues Verriegelungsprinzip ohne Schrauben auskommen und so OP-Zeiten reduzieren. Diese Entwicklungen zeigen eindrucksvoll, wie moderne Materialien, Digitalisierung und funktionales De-

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